Rechtsprechung / BPatG / 2009
BPatG Berichtigungsbeschluss vom 11.02.2009 – 4 Ni 40/06 (EU)
4. Senat
BUNDESPATENTGERICHT
4 Ni 40/06 (EU) _______________________
(Aktenzeichen)
B E R I C H T I G U N G S B E S C H L U S S
In der Patentnichtigkeitssache
… 08.05
…
betreffend das europäische Patent EP 0 591 132
hier: Antrag auf Tatbestandberichtigung
hat
der
4. Senat
(Nichtigkeitssenat)
des Bundespatentgerichts
am
11. Februar 2009 unter Mitwirkung der Richter Voit, der Richterin Schwarz-Angele
und der Richter Dipl.-Phys. Dr. Morawek, Dipl.-Ing. Bernhart und
Dipl.-Phys. Dr. Müller
beschlossen:
Der Tatbestand des Senatsurteils vom 14. Oktober 2008 wird auf
Seite 6 dahin ergänzt, dass die Klägerin sich noch auf folgende
schriftlichen Dokumente berufen hat:
Ni18
Einseitiges Schreiben von D. J. Myers, Manager
R&D Eng. Lab & Technical Services der Fa. Medtronic Blood Systems an Dr.
C.
Duran
vom
24. März 1988
Ni19
Einseitiges Schreiben von Dr. M. Jones an
D. J. Myers vom 3. März 1989
Ni27
Broschüre der Edwards Laboratories: „Starr-Edwards® and Carpentier-Edwards® - Ancillary Equipment
for Cardiac Protheses” mit Druckvermerk
Okotober 1976
Ni28
Broschüre der Edwards Laboratories: “Instructions
for Use of the Handle/Holder Assembly for the Carpentier-Edwards® Aortic Bioprothesis” mit Druckvermerk Februar 1980
Ni29
Broschüre der St. Jude Medical, Inc.: “Technical
Data St. Jude Medical, Inc. - Suturing Techniques
with the St. Jude Medical® Heart Valve” mit ©-Vermerk 1985
Ni30
Broschüre der Medtronic Blood Systems, Inc.: “Instructions: Handling & Use Medtronic HallTM
Prosthetic Heart Valve” mit ©-Vermerk Januar 1986
Ni41 DE 74 23 891 U
G r ü n d e
I.
Das Nichtigkeitsurteil
vom
14. Oktober 2008
ist
der Klägerin
am
25. November 2008 zugestellt worden. Mit Schriftsatz vom 2. Dezember 2008,
eingegangen am 3. Dezember 2008 hat sie die im Tenor genannte Berichtigung
beantragt.
Zur Begründung trägt sie vor, insbesondere die Dokumente Ni18 und Ni19 beträfen von der Klägerin in der Klageschrift, S. 26-28 (Abschnitte 4.3.2 und 4.3.3) und
im Schriftsatz vom 20. Mai 2008 (Abschnitt 2.1.c) vorgetragene offenkundige Vorbenutzungen. Durch die Weglassung entstehe der Eindruck, die Klägerin habe an
diesem Vortrag nicht mehr festgehalten.
Der zunächst gestellte Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung
über die Tatbestandsberichtigung im Ablehnungsfall wurde mit Schriftsatz vom
27. Januar 2009 zurück gezogen.
Die Beklagte hat sich nicht geäußert.
Wegen der Einzelheiten wird auf die Schriftsätze der Klägerin (Bl. 411/413 und
426/428) Bezug genommen.
II.
1. Der Berichtigungsantrag ist gemäß § 96 Abs. 1 PatG statthaft und fristgerecht
gestellt.
2.
Im Ergebnis ist er begründet. Wegen möglicher Auswirkungen einer unrichtigen Darstellung des Parteivorbringens im erstinstanzlichen Urteil auf die Kostenentscheidung in der Berufungsinstanz (vgl. § 121 Abs. 2 PatG i. V. m. § 97 Abs. 2
ZPO) fehlt es auch nicht an einem Rechtsschutzbedürfnis für die Anträge (vgl.
Busse/Schuster/Keukenschrijver, PatG, 6. Aufl., § 96 Rdnr. 3 a. E.).
von Auslassungen spricht, da die Ergänzung gerade die Möglichkeit eröffnen soll,
die Frage der Relevanz des betreffenden Vorbringens zur Überprüfung zu stellen
(vgl. Busse a. a. O., Rdnr. 2). Daher kommt es auch nicht darauf an, dass der Tatbestand des Nichtigkeitsurteils verkürzt die aus der Sicht des erkennenden Senats
wesentlichen und entscheidungserheblichen Streitpunkte wiedergibt, ohne festzustellen, eine Partei hätte andere als die mitgeteilten Gesichtspunkte nicht vorgetragen oder gar schriftsätzliches Vorbringen zurück gezogen (vgl. BGH
GRUR 1997, 119 - Schwimmrahmen-Bremse; BGHZ 158, 269, 280 ff.; Zöller/Vollkommer, ZPO, 25. Aufl., § 314 Rdnr. 1 m. w. N.).
Voit
Schwarz-Angele
Dr. Morawek
Bernhart
Dr. Müller
Pr