Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg
BbgJagdDV§ 5 Jagd- und Schonzeiten (zu § 31 Absatz 1 BbgJagdG)
(1) Über die in § 2 Absatz 1 des Bundesjagdgesetzes genannten Tierarten hinaus werden Mink, Marderhund, Waschbär, Wolf, Wolfshybrid, Nilgans, Rabenkrähe, Nebelkrähe sowie Elster zu Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, erklärt.
(2) Abweichend von den in der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 ( BGBl. I S. 531) in der jeweils geltenden Fassung festgesetzten Jagdzeiten darf die Jagd ausgeübt werden auf:
Nummer
Tierart
Jagdzeit
1
Rotwild und Damwild
Schmalspießer und Schmaltier
Hirsch, Alttier und Kalb
vom 16. April bis 15. Januar
vom 1. August bis 15. Januar
2
Rehwild
Ricke und Kitz
Rehbock und Schmalreh
vom 1. September bis 15. Januar
vom 16. April bis 15. Januar
3
Dachs
vom 1. August bis 31. Januar
4
Steinmarder und Baummarder
vom 1. September bis 28. Februar
5
Mink, Marderhund, Waschbär
ganzjährig (unter Berücksichtigung des § 22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes)
6
Wolfshybrid
ganzjährig (unter Berücksichtigung des § 22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes)
7
Rabenkrähe, Nebelkrähe, Elster
vom 1. September bis 31. Januar
8
Graugans, Kanadagans
vom 1. August bis 31. Januar, mit der Maßgabe, dass die Jagd in der Zeit vom 1. September bis 31. Oktober sowie vom 16. Januar bis 31. Januar nur zur Schadensabwehr auf gefährdeten Ackerkulturen ausgeübt werden darf
9
Nilgans
ganzjährig (unter Berücksichtigung des § 22 Absatz 4 des Bundesjagdgesetzes)
10
Ringeltaube
vom 1. September bis 31. Januar
11
Stockente
vom 1. September bis 31. Januar
12
Möwen
vom 1. September bis 31. Januar
(3) Folgende Wildarten sind ganzjährig mit der Jagd zu verschonen: Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Saatgans einschließlich Waldsaatgans, Ringelgans, Blässgans, alle Enten außer Stockenten, Rebhuhn, Muffelwild, Wolf.
(4) Unabhängig von den geltenden Jagdzeiten ist es verboten, in Jagdbezirken oder Teilen von Jagdbezirken die Jagd auf Fasane, Rebhühner und Wildenten im gleichen Jagdjahr auszuüben, in dem diese in diesen Jagdbezirken ausgesetzt wurden. Als Aussetzen gilt nicht, wenn Wildtiere oder Gelege der Natur entnommen werden müssen, um sie aufzuziehen, gesund zu pflegen oder auszubrüten und sie anschließend wieder in die freie Wildbahn zu entlassen.
(5) Das für das Jagdwesen zuständige Mitglied der Landesregierung berichtet dem zuständigen Ausschuss des Landtages nach Ablauf von drei Jagdjahren bis spätestens 31. Dezember 2027, ob es einen Anstieg von Wildschadensverfahren in den Monaten Juni und Juli gibt.
Einzelnorm