Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kersdorfer See“
VO-ID212418§ 3 Schutzzweck
(1)
Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das den Kersdorfer See und den angrenzenden
Talraum im Auslauf einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne in der
Berlin-Fürstenwalder Spreetalniederung umfasst, ist
die Erhaltung
und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzengesellschaften,
insbesondere der Seggenrieder, Feuchtwiesen und -weiden, Röhrichte, der
naturnahen Still- und Fließgewässer, der Erlen-Bruchwälder sowie der
silbergrasreichen Pionierfluren;
die Erhaltung
und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne
von § 10 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders
geschützte Arten, beispielsweise Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris),
Sumpf-Calla (Calla palustris) und Krebsschere (Stratiotes aloides);
die Erhaltung
und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles
Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere,
Vögel, Amphibien und Fische, darunter im Sinne von § 10 Absatz 2 Nummer 10 und
11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten,
insbesondere Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Wasserfledermaus (Myotis
daubentonii), Fischadler (Pandion haliaetus), Kranich (Grus grus), Bekassine
(Gallinago gallinago), Schellente (Bucephala clangula), Drosselrohrsänger
(Acrocephalus arundinaceus), Trauerseeschwalbe (Chlidonias
niger), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Neuntöter (Lanius collurio);
die Erhaltung
der Lebensräume einer Verlandungsserie aus wissenschaftlichen Gründen zur
Beobachtung und Erforschung der Pflanzen- und Tierwelt, der limnologischen
Prozesse, des Gewässerhaushalts und der Landschaftsentwicklung;
die Erhaltung
der durch den See und die angrenzende Niederung geprägten Landschaft wegen ihrer
Vielfalt, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
die Erhaltung
und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des regionalen
Biotopverbundes zwischen dem Spree- und dem Odertal im Bereich der
Madlitz-Falkenhagener Seenkette.
(2) Die
Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von
gemeinschaftlicher Bedeutung „Kersdorfer See“ (§ 2a Absatz 1 Nummer 8 des
Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) mit seinem Vorkommen von
natürlichen
eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions,
Flüssen der planaren Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des
Callitricho-Batrachion, feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe und alten
bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur (Stiel-Eiche) als
Biotope von gemeinschaftlichem Interesse („natürliche Lebensraumtypen“ im Sinne
des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG);
Auen-Wäldern
mit Alnus glutinosa (Schwarz-Erle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche)
(Alno-Padion,
Alnion incanae, Salicion albae) und trockenen, kalkreichen Sandrasen als
prioritäre Biotope („prioritäre Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der
Richtlinie 92/43/EWG);
Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra), Rapfen (Aspius aspius), Steinbeißer (Cobitis
taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Hirschkäfer (Lucanus cervus)
als Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse (im Sinne des Anhangs II der
Richtlinie 92/43/EWG), einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung,
Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.