Gesetze / Landesrecht Brandenburg / Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kummersdorfer Heide/Breiter Steinbusch“

VO-ID212422

§ 3 Schutzzweck

(1)

Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das eine eiszeitlich geprägte Landschaft

mit Dünen der Luckenwalder Heide im Verbund mit Niederungsbereichen der

Nuthe-Notte-Niederung umfasst, ist

die Erhaltung,

Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender

Pflanzengesellschaften, insbesondere der Sandtrockenrasen, Heiden, Vorwälder,

Birken- Eichenwälder, Erlen-Eschenwälder,

Erlenbruchwälder, Stieleichen-Hainbuchenwälder, kalkreichen Sümpfe,

Feuchtwiesen sowie der Gräben und Kleingewässer;

die Erhaltung

und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne

von § 10 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte

Arten, insbesondere Gemeine Grasnelke (Armeria elongata), Karthäuser-Nelke

(Dianthus carthusianorum), Pracht-Nelke (Dianthus superbus), Sand-Strohblume

(Helichrysum arenarium), Sumpf-Wasserfeder (Hottonia palustris),

Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und Königs-Farn (Osmunda regalis);

die Erhaltung

und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles

Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere,

Vögel, Reptilien und Amphibien, darunter im Sinne von § 10 Absatz 2 Nummer 10

und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten,

insbesondere der Fledermäuse, Kranich (Grus grus), Rohrweihe (Circus

aeruginosus), Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), Wiedehopf (Upupa epops),

Erdkröte (Bufo bufo) und Zauneidechse (Lacerta agilis);

die

Beobachtung und wissenschaftliche Dokumentation dynamischer Prozesse von

Waldflächen entsprechend ihrem standörtlichen Potenzial als Beitrag zur Sukzessions- und waldökologischen Grundlagenforschung;

die Erhaltung

und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des regionalen

Biotopverbundes zwischen der Nuthe-Notte-Niederung, dem Baruther Urstromtal und

der Luckenwalder Heide.

(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung der Gebiete von

gemeinschaftlicher Bedeutung „Kummersdorfer

Heide/Breiter Steinbusch“ und „Kummersdorfer Heide/ Breiter Steinbusch

Ergänzung“ (§ 2a Absatz 1 Nummer 8 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes)

mit ihren Vorkommen von

Dünen mit

offenen Grasflächen mit Corynephorus (Silbergras) und Agrostis (Straußgras,

Dünen im Binnenland), Trockenen europäischen Heiden, Pfeifengraswiesen auf

kalkreichem Boden (Molinion caeruleae), Mageren Flachland-Mähwiesen mit

Alopecurus pratensis (Wiesenfuchsschwanz), Sanguisorba officinalis (Großer

Wiesenkopf), Übergangs- und Schwingrasenmooren, Subatlantischem oder

mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli)

(Stellario-Carpinetum), Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit

Quercus robur (Stieleiche) als Biotope von gemeinschaftlichem Interesse

(„natürliche Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG);

Auen-Wäldern

mit Alnus glutinosa (Schwarzerle) und Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche)

(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritäres Biotop

(„prioritärer Lebensraumtyp“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG);

Fischotter

(Lutra lutra), Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Bechsteinfledermaus

(Myotis bechsteinii) sowie Eichenbock (Cerambyx cerdo) und Großem Feuerfalter

(Lycaena dispar) als Tierarten von gemeinschaftlichem In- teresse (im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG),

einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung

wichtigen Lebensräume;

Eremit

(Osmoderma eremita) als prioritäre Tierart von gemeinschaftlichem Interesse (im

Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG), einschließlich seines für

Fortpflanzung, Ernährung und Überwinterung wichtigen Lebensraumes.

§ 2 § 4