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BGH Beschluss vom 27.02.2004 – 2 ARs 40/04
2. Strafsenat
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
vom
27. Februar 2004
in der Führungsaufsichtssache
gegen
wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.
Az.: 338 VRs 13491/90 Staatsanwaltschaft München I Az.: 1 StVK 1908/98 Landgericht Traunstein Az.: 2 StVK AR 1/04 Landgericht - Strafvollstreckungskammer - Kassel
Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-
desanwalts am 27. Februar 2004 beschlossen:
Zuständig für die weitere Führungsaufsicht gemäß Beschluß des
Landgerichts Traunstein vom 26. Juli 2001 - 1 StVK 1908/98 - ist
die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kassel.
Gründe:
Der Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift vom 13. Februar
2004 zutreffend ausgeführt:
"Mit Urteil vom 17. Juli 1992 hatte das Landgericht München I gegen
den Verurteilten wegen Betäubungsmitteldelikten eine Gesamtfreiheitsstrafe
von 4 Jahren und 3 Monaten verhängt und seine Unterbringung in einer Ent-
ziehungsanstalt angeordnet. Nach erfolgter Strafverbüßung entschied die 1.
Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Traunstein mit rechtskräftigem
Beschluß vom 26. Juli 2001 gemäß § 68f StGB, daß die gesetzlich eingetrete-
ne Führungsaufsicht nicht entfällt und legte deren Dauer auf fünf Jahre fest (Bl.
1-3 d.A.). Mit rechtskräftigem Urteil vom 5. September 2001 belegte das Land-
gericht Frankfurt am Main den Verurteilten mit einer Freiheitsstrafe von vier
Jahren, welche zunächst in der Justizvollzugsanstalt W. vollstreckt
wurde (Bl. 16 d.A.). Am 28. März 2003 wurde der Verurteilte zur weiteren Straf-
vollstreckung in die Justizvollzugsanstalt K. verlegt; die Strafhaft wird am 12.
April 2005 enden (Bl. 18 d.A.). Die vom Landgericht Traunstein angetragene
Übernahme der Führungsaufsicht (Bl. 20, 23 d.A.) hat die Strafvollstreckungs-
kammer des Landgerichts Kassel abgelehnt (Bl. 22 d.A.) und die Sache mit
Verfügung vom 27. Januar 2004 dem Bundesgerichtshof zur Bestimmung der
Zuständigkeit vorgelegt (Bl. 24 d.A.).
Die Voraussetzungen des § 14 StPO liegen vor. Zuständig für die weite-
re gerichtliche Überwachung der Führungsaufsicht ist die Strafvollstreckungs-
kammer des Landgerichts Kassel. Der Verurteilte steht gemäß Beschluß der
1. Strafvollstreckungskammer Traunstein vom 26. Juli 2001 unter Führungsauf-
sicht nach § 68f Abs. 1 StGB, die noch andauert. Der Verurteilte verbüßt Frei-
heitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt K. . Bereits mit der Aufnahme in diese
Anstalt ist die dortige Strafvollstreckungskammer gemäß §§ 462a Abs. 4 in
Verbindung mit § 463 Abs. 6 StPO für die Führungsaufsicht und etwa gemäß
§ 68 d StGB zu treffende nachträgliche Entscheidungen zuständig geworden
(vgl. die Entscheidungen des Senats vom 3. Dezember 2003 - 2 ARs 376/03,
vom 15. Oktober 2003 - 2 ARs 334/03, vom 22. November 2000 - 2 ARs 328/00
= NStZ 2001, 165, vom 19. Juli 2000 - 2 ARs 196/00 sowie vom 22. April 1994 -
2 ARs 119/94 = BGHR StPO § 463 Abs. 6 Führungsaufsicht 1). Ob hier Nach-
tragsentscheidungen überhaupt notwendig werden, ist ohne Belang (vgl. Se-
natsbeschlüsse vom 15. Oktober 2003 - 2 ARs 334/03 und vom 19. Juni 2000 -
2 ARs 196/00). Die Zuständigkeit der Strafvollstreckungskammer des Landge-
richts Traunstein blieb nicht etwa so
lange bestehen, bis eine
andere Strafvollstreckungskammer tatsächlich mit einer bestimmten Frage be-
faßt wurde (vgl. nur Senatsbeschlüsse vom 15. Oktober 2003 - 2 ARs 334/03
und vom 22. November 2000 - 2 ARs 328/00 = NStZ 2001, 165, jeweils
m.w.N.)."
Rissing-van Saan Detter Bode RiinBGH Otten ist wegen Urlaubsab- wesenheit an der Unterschrift gehindert. Rissing-van Saan Fischer