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BGH Urteil vom 25.06.2009 – III ZR 222/08

III. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

25. Juni 2009

in dem Rechtsstreit

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. Juni 2009 durch den Vor-

sitzenden Richter Schlick und die Richter Dörr, Wöstmann, Seiters und Schilling

beschlossen:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revi-

sion in dem Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Mün-

chen vom 3. September 2008 - 7 U 1650/06 - wird zurückgewie-

sen.

Der Kläger hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen.

Beschwerdewert: bis 65.000 €

Gründe

I.

1

Der Kläger zeichnete am 11. Dezember 2000 eine Kommanditeinlage

über 100.000 DM zuzüglich 5 v.H. Agio an dem Filmfonds V. B.

F. GmbH & Co. Dritte KG. Die Fondsgesellschaft geriet im Jahr

2002 im Zusammenhang mit der Insolvenz der Produktionsdienstleisterin in ei-

ne wirtschaftliche Schieflage. Es stellte sich heraus, dass an die Produktions-

dienstleisterin überwiesene Gelder nicht zurückzuerlangen und Erlösausfallver-

sicherungen für aufgenommene Produktionen nicht abgeschlossen waren.

2

Wegen behaupteter Mängel des Prospekts begehrt der Kläger Zug um

Zug gegen Abtretung aller Ansprüche aus der Beteiligung Rückzahlung des

eingezahlten Betrags von noch 52.155,77 € nebst Zinsen, wobei er im Hinblick

auf eine Ausschüttung die Hauptsache in Höhe von 1.533,88 € für erledigt er-

klärt hat. Der Kläger hält die Beklagte zu 1 - Tochtergesellschaft einer internati-

onal tätigen Großbank - als (Mit-)Initiatorin und Hintermann für prospektverant-

wortlich. Die Beklagte zu 2, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat der Klä-

ger wegen behaupteter Fehler bei der ihr von der Beklagten zu 1 aufgetragenen

Prüfung des Prospekts in Anspruch genommen.

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Die Klage hatte in den Vorinstanzen keinen Erfolg. Auf die Beschwerde

des Klägers hat der Senat durch Beschluss vom 20. Dezember 2007 (III ZR

23/07 - juris) die Revision zugelassen und das Berufungsurteil insoweit aufge-

hoben, als die gegen die Beklagte zu 1 (im Folgenden: Beklagte) gerichtete

Klage abgewiesen worden ist. Im weiteren Verfahren hat das Oberlandesgericht

die Berufung des Klägers erneut zurückgewiesen. Mit seiner Beschwerde be-

gehrt der Kläger die Zulassung der Revision.

II.

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Die Voraussetzungen für eine Zulassung der Revision liegen nicht vor.

Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fort-

bildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine

Zulassung der Revision; insbesondere ist der Kläger nicht in seinem Recht auf

Gewährung rechtlichen Gehörs verletzt worden.

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1.

Der Senat hat in seinem Beschluss vom 20. Dezember 2007 (aaO Rn. 7)

entschieden, dass der Emissionsprospekt im Hinblick auf die im Abschnitt "Risi-

ken der Beteiligung" angeführte, als "worst-case-Szenario" bezeichnete "Restri-

siko-Betrachtung" den Anleger nicht deutlich genug darauf hinweist, dass seine

Beteiligung dem Risiko eines Totalverlustes und nicht lediglich eines begrenz-

ten Verlustes unterliegt, und hat darin einen Prospektmangel gesehen (vgl.

auch die denselben Filmfonds betreffenden Senatsurteile vom 14. Juni 2007 -

III ZR 300/05 - NJW-RR 2007, 1329, 1331 Rn. 13 f; III ZR 125/06 - WM 2007,

1503, 1504 f Rn. 14 f). Hiervon geht auch das Berufungsgericht aus. Prospekt-

haftungsansprüche sieht es indes als verjährt an. Das ist unter Zugrundelegung

der Rechtsprechung, dass Prospekthaftungsansprüche im engeren Sinn bei

einer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung in analoger Anwendung der in den

gesetzlich geregelten Fällen der Prospekthaftung bestimmten kurzen Verjäh-

rung (§ 20 Abs. 5 KAGG, § 12 Abs. 5 AuslInvestmG, jeweils in der bis zum

30. Juni 2002 geltenden Fassung) in - seinerzeit - sechs Monaten ab Kenntnis

des Prospektmangels, spätestens jedoch in drei Jahren nach dem Beitritt ver-

jähren (vgl. Senatsurteil vom 6. März 2008 - III ZR 298/05 - NJW-RR 2008,

1365, 1366 f Rn. 12 m.w.N.), nicht zu beanstanden. Auch die Beschwerde

nimmt dies hin.

6

2.

a) Prospekthaftungsansprüche im weiteren Sinn verneint das Berufungs-

gericht mit näherer Begründung, weil es zwischen den Parteien zu keinem un-

mittelbaren geschäftlichen Kontakt gekommen und persönliches Vertrauen nicht

in Anspruch genommen worden sei. Die Darstellung der Aufgaben der Beklag-

ten im Prospekt genüge hierfür nicht. Die Beklagte hafte auch nicht wegen Ver-

letzung eines Auskunftsvertrags, da eine etwaige Mitwirkung an der Erstellung

des Emissionsprospekts keine entsprechende vertragliche Bindung erzeuge.

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b) Die damit angesprochenen Fragen sind höchstrichterlich geklärt. Hier-

nach scheidet eine vertragliche Haftung der Beklagten aus.

aa) Dass die Beklagte nach den Senatsurteilen vom 14. Juni 2007

als prospektverantwortliche Mitinitiatorin oder Hintermann in Betracht kommt

(III ZR 185/05 - NJW-RR 2007, 1479 f Rn. 9-13; III ZR 125/06 aaO S. 1505 f

Rn. 17-22), bedeutet nicht, dass sie ohne weitere Voraussetzungen auch nach

den Grundsätzen der Prospekthaftung im weiteren Sinne haften würde (vgl.

BGH, Urteil vom 21. Mai 1984 - II ZR 83/84 - WM 1984, 889; Senatsbeschluss

vom 29. Januar 2009 - III ZR 74/08 - WM 2009, 400, 401 Rn. 8). Während die

eigentliche Prospekthaftung an typisiertes Vertrauen anknüpft, kommt es für die

Prospekthaftung im weiteren Sinne darauf an, dass nach den Grundsätzen der

culpa in contrahendo persönliches Vertrauen in Anspruch genommen worden

ist. Aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen haftet daher insoweit, wer Ver-

tragspartner ist oder werden soll oder - was hier allerdings von vornherein nicht

in Betracht kommt - als ein für ihn auftretender Vertreter oder Beauftragter

(Sachwalter) aufgetreten ist und dabei für seine Person Vertrauen in Anspruch

genommen und die Vertragsverhandlungen beeinflusst hat (vgl. BGH, Urteil

vom 4. Mai 1981 - II ZR 193/80 - WM 1981, 1021, 1022). Die Beklagte hatte mit

dem Kläger keinen persönlichen Kontakt. Sie hatte auch - anders als in dem

dem Senatsurteil vom 13. Juli 2006 (III ZR 361/04 - NJW-RR 2007, 406, 407

Rn. 9) zugrunde liegenden Fall, auf den sich die Beschwerde bezieht - keine

Stellung, nach der sie in eine Vertragsbeziehung zum Anleger trat oder dessen

Beitritt sie im Namen der Fondsgesellschaft zu bewirken hatte. Der Kläger war,

wenn man den vorgelegten Zeichnungsschein zugrunde legt, Direktkommandi-

tist. Nach § 4 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrages war die persönlich haftende

Gesellschafterin berechtigt, das Gesellschaftskapital durch Aufnahme neuer

Kommanditisten ohne Zustimmung der Mitgesellschafter zu erhöhen und die

dazu erforderlichen Erklärungen im eigenen Namen mit Wirkung für alle Gesell-

schafter abzugeben. Ferner sah der Prospekt vor, dass der direkt beitretende

Anleger der Gesellschaft für die Eintragung in das Handelsregister eine notariel-

le Vollmacht erteilte. Im Zusammenhang mit dem Beitritt wurde die Beklagte

eingeschaltet, um den Zeichnungsschein in Empfang zu nehmen und die Einla-

ge sowie das Agio "auf Bitte" des Anlegers per Lastschrift im Abbuchungs-

verfahren einzuziehen und an die Fondsgesellschaft weiterzuleiten. Bei den

Direktkommanditisten war es außerdem ihre Aufgabe, auf der Grundlage der

der Gesellschaft erteilten Vollmacht die Eintragung im Handelsregister zu ver-

anlassen. Dass der Anleger nach dem Inhalt des Zeichnungsscheins und des

Gesellschaftsvertrags unter diesen Voraussetzungen der Fondsgesellschaft

beitrat, begründet im Verhältnis der Parteien zueinander keine nähere vertragli-

che Beziehung, aus der sich für die Beklagte Aufklärungspflichten ergeben

konnten (vgl. Senatsbeschluss vom 29. Januar 2009 aaO Rn. 8). Wäre der Klä-

ger, wovon offenbar das Berufungsgericht ausgeht, der Gesellschaft nur als

Treugeber über die D. GmbH beigetreten, würde sich nichts anderes

ergeben. Die Treuhänderin war nach § 4 Abs. 5 des Gesellschaftsvertrags be-

rechtigt, ihr Recht zur Einlagenerhöhung durch einseitige Erklärung gegenüber

der persönlich haftenden Gesellschafterin auszuüben. Die Beklagte war zwar

eingeschaltet, um den Zeichnungsschein in Empfang zu nehmen und die Einla-

ge sowie das Agio "auf Bitte" des Anlegers per Lastschrift im Abbuchungsver-

fahren einzuziehen und an die Fondsgesellschaft weiterzuleiten. Die Stellung

als Einzahlungstreuhänderin hatte die Beklagte indes auf der Grundlage ihres

mit der Fondsgesellschaft geschlossenen Vertrages über die Eigenkapitalver-

mittlung. Es liegt daher auch dann keine nähere vertragliche Beziehung zwi-

schen den Parteien vor, aus der sich für die Beklagte Aufklärungspflichten er-

geben konnten. Auch die weiteren im Senatsurteil vom 14. Juni 2007 aufgeführ-

ten Umstände, auf die sich die Beschwerde bezieht (vgl. III ZR 125/06 aaO

S. 1505 Rn. 20), betreffen nur die Frage, ob und inwieweit die Beklagte als

Prospektverantwortliche angesehen werden kann, und besagen nichts dazu, in

welcher qualifizierten, persönliches Vertrauen begründenden Weise sie den

Anlegern gegenüber getreten ist.

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bb) Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht aus dem Gesichts-

punkt des (stillschweigenden) Abschlusses eines Auskunftsvertrages. Die Be-

klagte war zwar von der Fondsgesellschaft allgemein mit der Koordination des

Eigenkapitalvertriebs betraut worden, hat den Kläger aber nicht selbst vermit-

telt. Der Kläger ist daher über die für seinen Anlageentschluss bedeutsamen

Umstände nicht durch die Beklagte informiert worden, was üblicherweise An-

knüpfungspunkt für eine Haftung des Vermittlers aus einem Auskunftsvertrag

sein kann. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die vermittelnde Bank, die den Klä-

ger geworben hat, für die Beklagte Erklärungen abgegeben hätte und hierzu

von ihr bevollmächtigt gewesen wäre. Dementsprechend knüpft die Beschwer-

de an den Vortrag des Klägers an, die für seinen Anlageentschluss erheblichen

Informationen hätten sich unmittelbar aus dem Prospekt ergeben; die Beklagte

sei als Tochtergesellschaft einer international tätigen Großbank besonders

sachkundig gewesen und habe an der Einwerbung von Kommanditanteilen ein

erhebliches wirtschaftliches Eigeninteresse gehabt. Angesichts einer Mindest-

anlagesumme von 100.000 DM habe sich der Verkaufsprospekt nur an einen

überschaubaren Interessentenkreis gewendet. Aufgrund ihrer im Prospekt he-

rausgehobenen Stellung habe sie als Vertrauensträgerin fungiert.

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Für die Annahme eines Auskunftsvertrages ist regelmäßig - wie bei der

Haftung wegen eines Verhandlungsverschuldens, aber anders als bei der Pros-

pekthaftung im engeren Sinne - ein Kontakt zwischen den Parteien erforderlich,

der im Hinblick auf die intendierte rechtsgeschäftliche Haftung dahin gehen

muss, dass eine als verbindliche Willenserklärung anzusehende Auskunft ge-

genüber einem Interessenten erteilt wird, der sie zur Grundlage seiner Ent-

schließung machen möchte. Allerdings sind in der Rechtsprechung auch Kons-

tellationen behandelt worden, in denen geprüft worden ist, ob der Auskunftsge-

ber auch ohne eine dahingehende Anfrage und Kontaktaufnahme gegenüber

einem überschaubaren Kreis von Interessenten ein Angebot auf Abschluss ei-

nes Auskunftsvertrages abgibt (vgl. BGH, Urteile vom 12. Februar 1979 - II ZR

177/77 - NJW 1979, 1595 f; vom 22. September 1982 - IVa ZR 322/80 - NJW

1983, 276 und IVa ZR 323/80 - VersR 1982, 1143 f; vom 25. September 1985

- IVa ZR 237/83 - VersR 1986, 35 f). Dies ist etwa für die Kreditauskunft einer

Bank und die Bestätigung eines Lebensversicherungsunternehmens ange-

nommen worden, die sich an noch unbekannte Personen richteten, die als Dar-

lehensgeber für ein Projekt in Betracht kamen (vgl. auch BGH, Urteil vom 7. Juli

1998 - XI ZR 375/97 - NJW-RR 1998, 1343, 1344), hingegen in einem Fall ver-

neint worden, in dem ein Vertriebsbeauftragter Werbeunterlagen verwendet

hatte, in denen der in Anspruch genommene Beklagte als erfolgreicher Unter-

nehmer dargestellt wurde. Hier steht einer rechtsgeschäftlichen Verbindung der

Parteien - über die zum fehlenden Verhandlungsverschulden bereits angespro-

chenen Gesichtspunkte hinaus - entgegen, dass die Fülle und die Gesamtheit

der im Emissionsprospekt enthaltenen Angaben schon nicht als Auskunft be-

wertet werden können; es kommt hinzu, dass die Beklagte nach dem Inhalt des

Prospekts zwar mit verschiedenen Aufgaben betraut war, aber nicht einmal als

Urheberin oder Garantin für bestimmte Prospektaussagen hervorgehoben wird

oder sonst hervortritt. Dass im Nachhinein Umstände vorgetragen und erkenn-

bar geworden sind, nach denen die Beklagte als Mitinitiatorin oder Hintermann

in Betracht kommt, mag ihre Prospektverantwortlichkeit begründen, rechtfertigt

aber nicht die Bewertung, sie habe - ohne dass es zu einer Kontaktaufnahme

oder einem Ersuchen des Anlegers gekommen sei - ein Angebot auf Abschluss

eines rechtsverbindlichen Auskunftsvertrages abgegeben. Wollte man dies

- wie die Beschwerde - anders sehen, wären die Unterschiede zwischen der

Prospekthaftung im engeren Sinne und der Vertragshaftung aufgehoben.

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3.

Das Berufungsgericht hat schließlich im Anschluss an die im Senats-

beschluss vom 20. Dezember 2007 (aaO Rn. 9; vgl. auch Senatsurteil vom

14. Juni 2007 - III ZR 125/06 - aaO S. 1506 Rn. 23) wiedergegebenen Behaup-

tungen von Anlegern geprüft, ob der Beklagten bei Herausgabe des Prospekts

bekannt gewesen sei, dass der Abschluss einer Erlösausfallversicherung ent-

gegen den Prospektangaben erst nach Produktionsbeginn möglich gewesen

sei, und deshalb eine Haftung nach §§ 31, 826, 823 Abs. 2 BGB in Verbindung

mit § 264a StGB in Betracht komme. Es hat hierzu ausgeführt, ein vorsätzlicher

Kapitalanlagebetrug käme in Betracht, wenn der Geschäftsführer der Beklagten

durch seine beim Vorgängerfonds V. GmbH &

Co. KG gewonnenen Erkenntnisse gewusst habe, dass die im Prospekt des

streitgegenständlichen Fonds dargestellte Absicherung der Anlegergelder un-

richtig sei oder insoweit erhebliche Tatsachen verschwiegen worden seien. Das

wäre anzunehmen, wenn der Geschäftsführer der Beklagten aufgrund seiner

Erfahrungen mit dem Vorgängerfonds zumindest damit gerechnet habe, dass

die im Prospekt erwähnten Erlösausfallversicherungen nicht abgeschlossen

werden könnten, diese Versicherungen jedenfalls nicht vor Beginn der Produk-

tionen vorliegen würden und er insofern die Unrichtigkeit beziehungsweise die

Unvollständigkeit des Prospekts zumindest billigend in Kauf genommen habe.

Ein solcher Vorsatz sei nicht feststellbar.

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Der rechtliche Ansatz des Berufungsgerichts, das - nach der Verjährung

von Prospekthaftungsansprüchen im engeren Sinn - für eine deliktische Haftung

nach § 826 BGB oder nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 264a StGB

ein über den Fahrlässigkeitsvorwurf hinausgehendes Verschulden für erforder-

lich erachtet, ist nicht zu beanstanden. Er steht auch nicht in Widerspruch zur

aufhebenden Entscheidung des Senats, der ausgeführt hat, ein Anleger müsse

über Umstände, die den Vertragszweck vereiteln, aufgeklärt werden, und bei

Kenntnissen über Probleme bei dem Vorgängerfonds liege die deliktsrechtliche

Verantwortlichkeit der Beklagten nahe. Ob sich das Berufungsgericht die hierfür

erforderliche Gewissheit verschaffen kann, unterliegt seiner tatrichterlichen

Würdigung, gegen die der Kläger keine durchgreifenden Zulassungsgründe an-

führt. Insoweit beruft sich der Kläger zu Unrecht darauf, die Würdigung des Be-

rufungsgerichts sei objektiv willkürlich und verletze seine Rechte aus Art. 103

Abs. 1 GG. Das Berufungsgericht ist auf die Vernehmungsprotokolle verschie-

dener Parallelverfahren, mit deren Verwertung sich die Parteien einverstanden

erklärt hatten, eingegangen und hat - übrigens wie die meisten anderen Zivilse-

nate, die in Parallelverfahren tätig geworden sind - nicht die Überzeugung ge-

winnen können, dass der damalige Geschäftsführer der Beklagten davon aus-

gegangen ist, dass die Filmproduktionen für den streitgegenständlichen Fonds

nicht prospektgemäß abgesichert werden könnten oder abgesichert seien. Da-

bei hat es durchaus gesehen, dass die Beklagte davon Kenntnis hatte, dass bei

dem Vorgängerfonds in Einzelfällen mit Produktionen begonnen wurde, ehe zu

ihnen jeweils Einzelpolicen ausgefertigt wurden. Daraus folgt jedoch nicht zwin-

gend, dass das für eine deliktsrechtliche Verantwortlichkeit erforderliche qualifi-

zierte Verschulden der Beklagten für den vorliegenden Fonds zu bejahen ist.

Schlick

Dörr

Wöstmann

Seiters

Schilling

Vorinstanzen:

LG München I, Entscheidung vom 10.11.2005 - 4 O 24399/04 -

OLG München, Entscheidung vom 03.09.2008 - 7 U 1650/06 -