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BGH Beschluss vom 07.07.2008 – IX ZB 18/08

IX. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

IX ZB 18/08

BESCHLUSS

vom 7. Juli 2008

in dem Rechtsstreit

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. Juli 2008 durch den Vorsit-

zenden Richter Dr. Ganter und die Richter Raebel, Prof. Dr. Kayser,

Prof. Dr. Gehrlein und Dr. Fischer

beschlossen:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 1. Zivilkammer

des Landgerichts Landshut vom 18. Dezember 2007 wird auf Kos-

ten des Beklagten als unzulässig verworfen.

Der Antrag des Beklagten auf Beiordnung eines beim Bundesge-

richtshof zugelassenen Rechtsanwalts wird zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens wird auf

3.101,82 € festgesetzt.

Gründe:

1

Die Rechtsbeschwerde ist gemäß § 522 Abs. 1 Satz 4, § 574 Abs. 1

Satz 1 Nr. 1 ZPO statthaft, aber nach § 577 Abs. 1 Satz 2 ZPO als unzulässig

zu verwerfen, weil sie entgegen § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO nicht durch einen beim

Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist (BGH,

Beschl. v. 21. März 2002 - IX ZB 18/02, NJW 2002, 2181; v. 1. Oktober 2002

- IX ZB 271/02, NJW 2003, 70). In zivilprozessualen Streitigkeiten ist der An-

waltszwang (§ 78 ZPO) verfassungsgemäß (BVerfGE 37, 67, 76 f; 93, 99, 108 f;

BVerfG DtZ 1992, 183, 184; KG DB 1971, 1056; vgl. auch BVerfGE 9, 194,

199 f; 10, 264, 267 f).

2

Der Antrag des Beklagten auf Beiordnung eines Rechtsanwalts gemäß

§ 78b Abs. 1 ZPO ist unbegründet. Nach dieser Vorschrift kann einer Partei ein

Rechtsanwalt beigeordnet werden, wenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten

Rechtsanwalt nicht findet und die Rechtsverfolgung nicht mutwillig oder aus-

sichtslos erscheint. Die zuerst genannte Voraussetzung ist nur erfüllt, wenn die

Partei trotz zumutbarer Anstrengungen einen zu ihrer Vertretung bereiten

Rechtsanwalt nicht gefunden hat (BGH, Beschl. v. 27. April 1995 - III ZB 4/95,

NJW-RR 1995, 1016; v. 11. April 2003 - XI ZB 5/03, BGHR ZPO § 78b Abs. 1

Anstrengungen, zumutbare 2; v. 25. Januar 2007 - IX ZB 186/06, FamRZ 2007,

635). Für ein Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesgerichtshof muss sich die

Partei dazu ohne Erfolg zumindest an mehr als vier beim Bundesgerichtshof

zugelassene Rechtsanwälte gewandt haben und ihre diesbezüglichen Bemü-

hungen dem Gericht substanziiert darlegen und gegebenenfalls nachweisen

(BGH, Beschl. v. 16. Februar 2004 - IV ZR 290/03, NJW-RR 2004, 864; v.

25. Januar 2007 aaO). Eigene Bemühungen des Beklagten, einen zu seiner

Vertretung bereiten zugelassenen Rechtsanwalt zu finden, werden in seiner

Eingabe vom 22. Januar 2008 nicht dargetan; vielmehr begehrt er die Benen-

nung eines Notanwalts durch das Gericht.

Ganter

Raebel

Kayser

Gehrlein

Fischer

Vorinstanzen:

AG Freising, Entscheidung vom 06.09.2007 - 22 C 1071/06 -

LG Landshut, Entscheidung vom 18.12.2007 - 13 S 2617/07 -