Rechtsprechung / BGH

BGH Urteil vom 24.09.2003 – IV ZR 448/02

IV. Zivilsenat

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom

24. September 2003

in dem Rechtsstreit

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsit-

zenden Richter Terno, den Richter Dr. Schlichting, die Richterin

Ambrosius sowie die Richter Wendt und Felsch

am 24. September 2003

beschlossen:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung

der Revision in dem Urteil des 10. Zivilsenats des Ober-

landesgerichts Koblenz vom 29. November 2002 wird zu-

rückgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Streitwert: 58.933,10

Gründe

Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfor-

dert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen

Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2

Satz 1 ZPO). Ergänzend bemerkt der Senat:

Der Rechtsauffassung von Vollkommer und Greger (Zöller/Voll-

kommer, ZPO 22. Aufl. § 693 Rdn. 5; Zöller/Greger, ZPO 23. Aufl. § 167

Rdn. 11) zur Bestimmung der zeitlichen Grenze für eine geringfügige

Verzögerung der Klagzustellung im Sinne der §§ 270 Abs. 3 ZPO

a.F./167 ZPO n.F. anhand der im Mahnverfahren geltenden Regelung

des § 691 Abs. 2 ZPO, haben sich - soweit ersichtlich - weder die Recht-

sprechung noch Teile der Literatur angeschlossen (vgl. Hartmann in

Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO 61. Aufl. § 167 Rdn. 23;

MünchKomm-ZPO/Lühe, 2. Aufl. § 270 Rdn. 45 ff.; MünchKomm-ZPO,

2. Aufl. Aktualisierungsband/Wenzel, § 167 Rdn. 9; Musielak/Wolst, ZPO

3. Aufl. § 167 Rdn. 7; Stein/Jonas/Schumann, ZPO 21. Aufl. § 270

Rdn. 47; Putzo in Thomas/Putzo, ZPO 25. Aufl. § 167 Rdn. 12; Zimmer-

mann, ZPO 6. Aufl. § 167 Rdn. 6 ff.).

Eine insoweit vereinzelt gebliebene Literaturmeinung erfordert

aber weder eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Sicherung einer

einheitlichen Rechtsprechung (§ 543 Abs. 2 Nr. 2 ZPO), noch vermag sie

Grundsätzlichkeit im Sinne von § 543 Abs. 2 Nr. 1 ZPO zu begründen. Im

übrigen ist § 691 Abs. 2 ZPO bereits zum 1. Januar 1992 in Kraft getre-

ten. Dennoch hat der Bundesgerichtshof auch seither an seiner bereits

zuvor entwickelten Rechtsprechung zu § 270 Abs. 3 ZPO a.F. festgehal-

ten (grundlegend: Urteil vom 8. Juni 1988 - IVb ZR 92/87 - FamRZ 1988,

1154 unter b = BGHR ZPO § 270 Abs. 3 demnächst 2), wonach im Re

gelfall eine Zustellungsverzögerung von bis zu zwei Wochen noch als ge-

ringfügig anzusehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 20. April 2000 - VII ZR

116/99 - NJW 2000, 2282 unter II 1). Davon abzurücken sieht der Senat

keinen Anlaß.

Terno Dr. Schlichting Ambrosius

Wendt Felsch